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Porträt: Heinz Graaf     

 
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Hamburgisches Architekturarchiv der Hamburgischen Architektenkammer

 
Heinz Graaf im jungen Alter Heinz Graaf älter

Heinz Graaf als junger Mann
Quelle: Bestand Graaf F 128

Heinz Graaf im reifen Alter

Knappe Architektursprache

Von Karl Heinz Hoffmann

Heinz Graaf gehört zu jenen Architekten, die eine Stadt mitprägen, ohne dass dies ins Bewusstsein des - auch fachlich interessierten - Publikums dringt. In den 50er und 60er Jahren entwarf Heinz Graaf eine Vielzahl von Wohngebäuden und Siedlungen, die meisten stehen im Hamburger Westen, in Rissen, Iserbrook oder Nienstedten. Zeitweilig war Heinz Graaf so etwas wie ein Hausarchitekt des Bauvereins der Elbgemeinden, einer Baugenossenschaft, die zu den größten in Hamburg zählt.

Besonders bemerkenswert ist die Siedlung Mechelnbusch in Hamburg-Rissen, die in der Nachkriegszeit errichtet wurde. Zusammen mit Max Corleis entwickelte Graaf hier einen Haustyp mit versetzten Geschossen. Eigentlich handelt es sich um einen Vierspänner, doch das in der Mitte liegende Treppenhaus teilt das Gebäude in zwei Hälften, von denen eine ein halbes Geschoss höher liegt. So gibt es an jedem Podest der zweiläufigen Treppe jeweils nur zwei Wohnungstüren. Die Wohnanlage steht inzwischen unter Denkmalschutz.

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Teehaus IGA 1963

Teehaus IGA 1963
Quelle: Bestand Graaf F 62

 

Erfolgreiche Schüler

Zu den bekannteren Bauten Heinz Graafs gehört der Busbahnhof Wandsbek Markt mit seinen expressiv geschwungenen Dächern und das Verwaltungsgebäude des Deutschen Rings an der Ludwig-Erhard-Straße (mit Joachim Matthaei), das allerdings mittlerweile von BPHL mit einer neuen Glashaut versehen wurde. Ein schönes Beispiel für die Leichtigkeit der Moderne gelang ihm mit dem Kleinen Teehaus für die IGA 63. Volkwin Marg nennt es einen "unprätensiösen, filigranen Pavillon", der an japanische Vorbilder erinnert.

1968 ging Heinz Graaf eine Partnerschaft mit Peter Schweger ein. In dieser letzten Schaffensperiode entstanden Bauten wie der mittlerweile leider abgerissene Pavillon am Gerhart-Hauptmann-Platz oder das Kaufmannshaus an den Großen Bleichen.

An Graafs Architekturstil wird stets hervorgehoben, dass er "immer knapp" war, "nie gab es etwas Überflüssiges" (Bernhard Winking). Uwe Köhnholdt lobt die handwerkliche Genauigkeit der Bauten und spricht von einer "Ästhetik des Reduzierten". Graaf habe Gebäude entwickelt, die nicht spektakulär, sondern dauerhaft und solide sind". Mirjana Markovic spricht davon, dass ihm alles Auftrumpfende ein Gräuel war. Architekturmoden gegenüber blieb er immun.

Bekannter als Graaf selber wurden einige seiner Mitarbeiter und Partner: Mirjana Markovic, Peter Schweger, Konstantin Kleffel und Uwe Köhnholdt. Nach Meinung von Volkwin Marg hatte Heinz Graaf "eine besondere Begabung im Heranziehen junger Talente. Er konnte Qualität erkennen und förderte sie". Dabei war ihm Konkurrenzdenken offenbar fremd. Zeitgenossen sprechen immer wieder davon, dass Heinz Graaf ein integerer und integrierender Mensch mit herzlicher Ausstrahlung war.

Quelle der Zitate: unveröffentlichte Manuskripte von Jan Esche im Bestand Graaf

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ZOB Wandsbek

Zentraler Omnibusbahnhof Hamburg-Wandsbek
Quelle: Bestand Graaf F 67

rotes QuadratBiografie


1910

geboren am 14. Januar in Hamburg
1928-1930 Studium an der TH Dresden bei Adolf Abel
1930-1931 Mitarbeiter von Fritz Höger
1931-1933 Studium an der TH München (bei Döllgast), Diplom
1934 Mitarbeit im Büro des Architekten Hans Iwowski
1934-1935 Mitarbeit im Büro Richard Riemerschmid, München
1936-1945 Architekt bei der Bauverwaltung der Luftwaffe
1939-1945 Regierungsbaurat

1945

Selbständiger Architekt in Hamburg

1963

Arbeitsgemeinschaft mit Peter P. Schweger

1968

Partnerschaft Graaf - Schweger

1973

Architektengemeinschaft Graaf - Schweger + Partner

1974

31.12. Austritt aus der Partnerschaft

1975

Geschäftsführer von Graaf - Schweger + Partner

1980

gestorben am 6. Juli in Hamburg

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Wettbewerb Gemeindezentrum Kassel

Deutscher Ring

Wettbewerb Gemeindezentrum Südstadt Kassel
Quelle: Bestand Graaf Pläne Wettbewerbe

Hochhaus Deutscher Ring
Quelle: Bestand Graaf F 051

 

rotes QuadratWerkauswahl


1947

Wettbewerb Elbtunnel Hamburg, 1. Preis

1948

Wettbewerb Hamburger Innenstadt, 1. Preis

1948-1954

Bruder-Konrad-Kirche, Hamburg-Osdorf

1949-1951

Gartensiedlung Mechelnbusch, Hamburg-Rissen. Mit Curt Max Corleis

1954-1957

Wiederaufbau Dreieinigkeitskirche Hamburg-St. Georg

1950-1962

Siedlung Hamburg-Nienstedten

1951-1953

Siedlung Hamburg-iserbrook, Sülldorfer Landstr. / Hasenhöhe

1954-1956

Wohnbauten Sülldorfer Brooksweg, Hamburg-Rissen

1954-1958

Großsiedlung Kassel-Auefeld

1957

Wettbewerb Wohnanlage Baben de Möhl, Hamburg-Bergstedt, 1. Preis

1958-1960

Siedlung Düsseldorf-Eller

1958-1966

Norddeutsche Teppichfabrik, Geesthacht

1962

Omnibus-Bahnhof Wandsbek Markt, Hamburg

1962-1964

Verwaltung Deutscher Ring, Hamburg. Mit Joachim Matthaei

1963

Kleines Teehaus für die IGA '63. Mit Paul Krusche

1963-1971

Siedlung Kopperby-Ellenberg

1967-1971

Ingenieurschule Hamburg-Bergedorf (Graaf - Schweger)

1971-1974

Hauptverwaltung Hamburg-Mannheimer City Nord (Graaf - Schweger)

1973

Pavillon Gerhart-Hauptmann-Platz, Hamburg (Graaf - Schweger)

1976-1978

Umbau Kaufmannshaus, Hamburg, Große Bleichen (Graaf - Schweger)

1977-1979

Geschäftshaus und Passage Gänsemarkt (Graaf - Schweger

 

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Wohnanlage Mechelnbusch

Wohnanlage Mechelnbusch, Hamburg-Rissen
Quelle: Bestand Graaf F 038

 

rotes QuadratLiteratur zum Thema im Architekturarchiv


a) Zur Biografie

  • Der Architekt 12/1980, S. 552 Friedrich Spengelin: In memoriam Heinz Graaf
  • Ralf Wegner: Zum wilhelminischen Hamburg. Hamburg: Graciela Madrigal, 1990. Biografie
  • Who's Who in Technology. 1. Auflage. München: Who's Who Book & Publishing, 1979, S. 220 Biografie
  • Ralf Lange: Hamburg: Wiederaufbau und Neuplanung 1943-1963. Königstein: Langewiesche/Hans Köster, 1994
 

b) Wohnanlage Mechelnbusch

  • Hamburg und seine Bauten 1929-1953. Hrsg.: AIV Hamburg. Hamburg: Hoffmann und Campe, 1953
  • Nordwestdeutsche Zeitung 27-28/1951
  • Baurundschau 4/1950, S. 73 ff
 

c) Pavillon Gerhart-Hauptmann-Platz

  • db 12/1993, S. 82 ff.
  • Baumeister 12/1974, S. 1303 (Reportage) Stahlbaupreis
  • Stahl und Form. Hrsg.: Beratungsstelle für Stahlverwendung. Düsseldorf / München, 1976
  • Hamburg und seine Bauten. 1969 - 1984. Hrsg.: AIV / Patriotische Gesellschaft von 1765. Hamburg: Christians 1984. S. 91
 

d) Kaufmannshaus Große Bleichen

  • Bauen + Wohnen 3/1979, S. 86 ff.
  • Baumeister 2/1979, S. 144 ff
  • Hamburg und seine Bauten. 1969 - 1984. Hrsg.: AIV / Patriotische Gesellschaft von 1765. Hamburg: Christians 1984. S. 101
 

e) Kopperby-Ellenberg (Schleswig-Holstein)

  • Eckernförder Zeitung 14.11.1969 Geschäftshaus Kopperby-Ellenberg
  • Schwansen-Rundschau (Schleswig-Holsteinische Landeszeitung) 27.2.1969 Schule / Kindergarten Kopperby-Ellenberg
  • Schlei-Rundschau 11.5.1968 Volksschule Kopperby-Ellenberg
  • Der Schleibote 16.12.1967 Siedlung Kopperby-Ellenberg
  • Der Schleibote 22.9.1967 Siedlung Kopperby-Ellenberg
 

f) sonstige Projekte

  • Süddeutsche Zeitung 27.6.1973 Fachhochschule Bergedorf für Produktions- und Verfahrenstechnik (1967-72)
  • Hamburg und seine Bauten. 1969 - 1984. Hrsg.: AIV / Patriotische Gesellschaft von 1765. Hamburg: Christians 1984. S. 350 Fachhochschule Bergedorf für Produktions- und Verfahrenstechnik
  • Die Welt 4.9.1965 Entwurf Ingenieurschule Bergedorf
  • Bauen + Wohnen 3/1972, S. 114 ff. Gesamtschule Mümmelmannsberg (Entwurf mit Bakema / Nickels und Ohrt)
  • Bauen + Wohnen 9/1971, S. 409 ff. Wohnbebauung City-Nord db 9/1974, S. 813 ff. Müllverbrennungskraftwerk Stellingen
  • wettbewerbe aktuell 4/1980, S. 207 ff. Städtebaulicher Wettbewerb Valentinskamp, 1980 (3. Preis)
  • Der Architekt 12/1980, S. 551 Wohnhaus und Architekturbüro Gottorpstr. 25
  • Baumeister 1/1980, S. 26 ff. Berufsschule G 20 im Berufschulzentrum Hamburg-Bergedorf (Staatliche Gewerbeschule Arbeits- und Werktechnik)
  • Hamburg und seine Bauten. 1969 - 1984. Hrsg.: AIV / Patriotische Gesellschaft von 1765. Hamburg: Christians 1984. S. 343 Berufsschule G 20
  • Baumeister 11/1981, S. 1136 f. Umbau / Neubau Kontorhäuser Alstertor / Hermannstraße
  • Hamburg und seine Bauten. 1969 - 1984. Hrsg.: AIV / Patriotische Gesellschaft von 1765. Hamburg: Christians 1984. S. 476 Umbau / Neubau Kontorhäuser Alstertor 17 / Hermannstraße
  • Baumeister 10/1978, S. 878 ff. Verwaltungsgebäude in Emmerich
  • Das Beispiel. Bund Deutscher Architekten Hamburg. Hrsg.: Bund Deutscher Architekten Hamburg. Darmstadt: Verlag Das Beispiel, 1956, S. 90. Geschäftshaus Ferdinandstr. (1954/55)
  • Planen + Bauen in Hamburg. Hrsg.: Alfred Simon / BDA Hamburg. Frankfurt: Der Architekt, 1963. Busbahnhof Wandsbek Markt / Deutscher Ring
  • Hamburg und seine Bauten. 1954 - 1968. Hrsg.: AIV. Hamburg: Hammonia 1969. S. 435 Wohnanlage Blutbuchenweg
  • ebenda S. 471 Kleines Teehaus IGA 1963
  • ebenda S. 479 Deutscher Ring
  • ebenda S. 220 Busbahnhof Wandsbek Markt
  • Hamburg und seine Bauten. 1969 - 1984. Hrsg.: AIV / Patriotische Gesellschaft von 1765. Hamburg: Christians 1984. S. 95 Geschäftshaus mit Ladenpassage Gänsemarkt 50
  • ebenda S. 326 Betriebsplatz der Stadtreinigung Volksdorfer Weg (1978-1980)
  • ebenda S. 482 Hauptverwaltung Hamburg-Mannheimer City Nord (1971-1974)
  • VDI-Nachrichten Nr. 24 / 12.6.1968 Abfallverbrennungsanlage Borsigstraße
  • Hamburger Abendblatt 27.2.1968 Abfallverbrennungsanlage Borsigstraße
  • Die Welt Nr. 263 / 10.11.1967 Wohnanlage beim Bahnhof Iserbrook
 

g) allgemein

  • Das Kunstwerk April/Juni 1979, S. 60 ff.
  • Hermann Hipp: Freie und Hansestadt Hamburg: Geschichte, Kultur und Stadtbaukunst an Elbe und Alster. Reihe: DuMont Kunstreiseführer. Köln: DuMont 1989
  • Lange, Ralf: Architekturführer Hamburg. Stuttgart: Edition Axel Menges, 1995
  • Architektur In Hamburg Seit 1900. 251 Bemerkenswerte Bauten. Hrsg.: Volkwin Marg und Reiner Schröder. Hamburg: Junius, 1993

 

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St. Johannis Friedrichsgabe St. Johannis Friedrichsgabe innen

Johanneskirche Norderstedt-Friedrichsgabe
Quelle: Bestand Graaf F 65

Die Johanneskirche von innen
Quelle: Bestand Graaf F 65

 

rotes QuadratBestände zum Thema im Architekturarchiv


Grünes DreieckBestand Heinz Graaf

Pläne, Fotos, Dias, Wettbewerbsunterlagen

Grünes DreieckBestand Georg Baur

Fotos:Altarwand Dreieinigkeitskirche St. Georg

Grünes DreieckBestand "Bauten in Hamburg"

Verschiedene Unterlage Kaufmannshaus u.a.

Grünes DreieckBestand Neue Heimat

Fotos und Negative: Kassel-Auefeld, Gesamtschule Mümmelmannsbert, Kassel-Hellböhn u.a.

Grünes DreieckBestand Rheinländer

Fotos und Negative: Teppichfabrik Geesthacht, Kirche Friedrichsgabe, Deutscher Ring, Tanzschule Kaszynski, Hilfsschule Volksdorf u.a.

Grünes DreieckBestand SAGA

Kindertagesheim Steilshoop, Wohnanlagen Eimsbüttler Marktplatz, Gerstäcker Straße, Immenredder

Grünes DreieckBestand Sötebier

Karte Fußgängerebenen City Nord

 

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