Hamburger Wirtschaftswunder
Nach 1945 bleibt Hamburg weiterhin eine Handels- und
Industriestadt. Schwerpunkte sind Werften (Deutsche Werft, Blohm und Voss
etc.), Ölraffinerien (BP, Shell u.a.), Lebensmittelindustrie (Unilever,
Voss etc.), Tabakindustrie (Reemtsma, BAT u.a.), Kosmetik (Beiersdorf, Elida,
Schwarzkopf u.a.). Außerdem entwickelt sich Hamburg zu einer
Medienstadt. Wichtige Verlagshäuser lassen sich in Hamburg nieder,
etwa Gruner & Jahr ("Stern"), Der Spiegel, Axel-Springer-Verlag ("Bild",
"Hör Zu") Heinrich Bauer-Verlag ("Bravo"). Hamburg wird zum Hauptsitz des
NDR, erhält mit dem Studio Hamburg eine wichtige
Filmproduktionsstätte, wird Sitz der Schallplattenindustrie und beherbergt
eine Reihe alter und neuer Buchverlage (Hoffmann und Campe, Christians etc.).
Die Wirtschaft boomt, Hamburg wird zur reichsten Region Europas (inzwischen auf
den 4. Platz verdrängt) und zum Bundesland mit dem höchsten
Bruttoinlandsprodukt.
Die aufgelockerte Stadt
Unter dem Oberbaudirektor Werner Hebebrand soll Hamburg in
den 50er und 60er Jahren zu einer modernen gegliederten und aufgelockerten
Stadt werden. Alte Quartiere werden abgerissen, die Ost-West-Straße
durch die Innenstadt geschlagen, neue Wohngebiete entstehen auf der grünen
Wiese und die Bürostadt City Nord wird errichtet. Ein Gebiet mit
fast reiner Monostruktur (ein paar Wohnungen gibt es dort auch). Die
Verwaltungsgebäude wurden durchweg von namenhaften Architekten entworfen,
allen voran Arne Jacobsen, dem die HEW das wohl schönste
Gebäude der Nachkriegsmoderne in Hamburg zu verdanken haben.
Typisch für die 50er Jahre sind außerdem die
Gartenstädte. Eine der schönsten wurde 1953 in Bramfeld
errichtet: die Gartenstadt Hohnerkamp. Der Architekt Hans Bernhard Reichow, ein
Anhänger des Organischen Städtebaus, brachte es fertig,
sämtliche Straßen kreuzungsfrei anzulegen, die
Häuser gestaltete er im Nierentischstil.
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