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Porträt: Jürgen Marlow    

 
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Hamburgisches Architekturarchiv der Hamburgischen Architektenkammer

 
Umbau Speicher Mackprang Wilhelmsburg 1954 Jürgen Marlow

Umbau Speicher Mackprang Wilhelmsburg 1954, Fassadenentwurf
Quelle: Bestand Marlow

Jürgen Marlow

Berufsstart in Braunschweig

Jürgen Marlow zählt zur ersten Generation der Nachkriegsarchitekten. Er begann sein Architekturstudium 1943 in Berlin und setzte es 1945 an der TH Braunschweig fort. Marlow bezeichnet sich selbst als Kraemer-Schüler. Friedrich Wilhelm Kraemer war sein wichtigster Lehrer in Braunschweig, in dessen Büro er bereits als Student arbeitete. 1948 nahm Kraemers Büro am Wettbewerb für ein Funkhaus in Hannover teil und gewann einen 1. Preis. Jürgen Marlow war maßgebend am Entwurf beteiligt. Das Büro Kraemer durfte das Funkhaus bauen und Marlow wurde Projektleiter des ersten Bauabschnitts. Aber statt seine Karriere im Büro seines Lehrers fortzusetzen ging Marlow nach Hamburg. Dort kam er im Büro von Hans Atmer und Otto Gühlk unter. Mit Atmer gründete er später eine Partnerschaft, die bis 1962 hielt und einige wichtige Bauten in Hamburg entwarf.

Reihenhäuser an der Rethe

Reihenhäuser an der Rethe in Hamburg-Wilhelmsburg
Quelle: Bestand Marlow

Das Polizeipräsidium

"Atmer und Marlow" - wem dieser Name etwas sagt, wird normalerweise sofort an das ehemalige Polizeipräsidium am Berliner Tor denken. Ein Gebäude, dem man damals nicht entgehen konnte. Das liegt zum einen daran, dass es zur Bauzeit des Gebäudes (1958-1962) kaum Hochhäuser in Hamburg gab, zum anderen war es auch stilistisch einmalig für die Hansestadt. Manche nennen es den "einzigen Corbusier-Bau in Hamburg" und fühlen sich an einen Entwurf Le Corbusiers für ein Hochhaus in Algier erinnert. Die Fassade unterscheidet sich deutlich von Hochhäusern des Erfolgsduos Hentrich & Petschnigg (Unilever-Haus, Finnland-Haus, Burmah-Haus) oder auch vom Hamburg-Süd-Gebäude an der Ost-West-Straße (Architekt: Cäsar Pinnau). Alle diese Bauten zeigen Fassaden im "internationalen Stil" - gerastere Vorhangfassaden Mies'cher Prägung. Demgegenüber wirkt das Ex-Polizeigebäude geradezu skulptural. Ralf Lange (1) fühlt sich an den Brutalismus erinnert. In einem Gespräch mit Olaf Bartels (2) erläuterte Marlow wie es durch eine Initiative des Oberbaudirektors Werner Hebebrand zur Bildung der Arbeitsgemeinschaft von Atmer & Marlow mit Hans Th. Holthey sowie Egon Jux und Harro Freese kam. Die letzteren beiden waren laut Marlow im wesentlichen für den Entwurf verantwortlich. Das Polizeipräsidium ist also kein wirklicher Atmer-Marlow-Bau.

Quellen: (1) Ralf Lange: Architekturführer Hamburg, Stuttgart: Edition Menges, 1996, S. 77; (2) Interview Jürgen Marlow von Olaf Bartels in: Der Architekt 11/1999, S. 43-49

Reihenhäuser Elbblöcken

Reihenhäuser Elbblöcken
Quelle: Bestand Neue Heimat

Skandinavische Vorbilder

Im Interview mit Olaf Bartels (1) hob Jürgen Marlow die Vorbildfunktion der skandinavischen - und insbesondere der dänischen - Architektur für die junge deutsche  Architektengeneration nach 1945 hervor. Er stand damit nicht allein.So fährt der Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen 1953 nach Sonderborg,; Heinz Graaf reist nach Kopenhagen und schaut sich das SAS-Gebäude an, auch der schon ältere Gottfried Schramm reist 1953 durch Dänemark und Schweden, dabei fotografiert er auch die Wohnhäuser Klampenborg von Arne Jacobsen, ebenfalls 1953 besucht Arthur Dähn Südschweden. In den Architekturzeitschriften gab es Dutzende Berichte über Bauten in Skandinavien und in den Bibliotheken vieler Architekten finden sich sogar Bücher in dänischer und schwedischer Sprache.

Für Marlow war Arne Jacobsen ein Vorbild, so war es für ihn eine ganz besondere Aufgabe, als seinem Büro die Bauleitung des neuen Christianeums in Hamburg-Othmarschen anvertraut wurde (1968 - 1971). Der Entwurf für den Neubau stammte aus dem Büro Arne Jacobsen - Otto Weitling. Jürgen Marlow bekam den Meister allerdings kaum zu sehen, Jacobsen hatte sich weitgehend aus der aktiven Arbeit zurückgezogen und überließ die Ausführung Otto Weitling.

Quelle: Interview Jürgen Marlow von Olaf Bartels in: Der Architekt 11/1999, S. 45-46

Justizhaus Lübeck

Modellaufnahme Justizhaus Lübeck
Quelle: Bestand Marlow

 

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rotes QuadratBiografie


1922

am 21. Januar in Altona (jetzt Hamburg) geboren

1943-1948

TH Berlin und Braunschweig

1947

Wettbewerb Herzog-Anton-Ulrich-Museum. Braunschweig, 1.Rang und Anerkennung als Diplomarbeit

1948-1950

Mitarbeiter von Friedrich-Wilhelm Kraemer, Assistententätigkeit am Lehrstuhl für Gebäudekunde und Entwerfen TH Braunschweig, Projektleiter Funkhausneubau Hannover

1950-1952

freier Mitarbeiter von Otto Gühlk und Hans Atmer

1953-1962

Partnerschaft mit Hans Atmer

1964-1967

Wettbewerbsausschuss des BDA

1966-1971

Vorstand BDA

1967-1986

Vorstand der Hamburgischen Architektenkammer

1967-1974

Präsident der Hamburgischen Architektenkammer

1968-1993

Partnerschaft mit Kurt Heitmann

1970-1978

Baudeputation

1974-1986

Landesplanungsausschuß

1979-1991

Vorsitzender der Rudolf Lodders Stiftung

1979-1987

Wettbewerbsausschuss der Hamburgischen Architektenkammer

1984-1993

Partnerschaft mit Christian Heeckt

 

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rotes QuadratWerkauswahl


1951-1953

Geschoßwohnungen Maria-Louisen-Str. 39-39a, Hamburg-Winterhude für Halbmond Bau- und Beteiligungsgesellschaft. Büro: Gühlk und Atmer

1952-1953

Reihenhäuser Elbblöcken 1-3, Hamburg-Othmarschen für Halbmond Bau- und Beteiligungsgesellschaft. Büro: Gühlk und Atmer

1955-1962

Wettbewerb und Bau Hochhaus Polizeipräsidium Hamburg. 1. Preis.für Atmer & Marlow. Realisierung: Atmer & Marlow, Hans Th. Holthey, Harro Freese, Egon Jux

1955-1956

Mehrfamilienhaus Parkallee 7, Hamburg-Harvestehude. Sitz des Büros von Atmer & Marlow bzw. Marlow bis 1968

1957-1962

Gerichtshaus Lübeck. Wettbewerb und Realisierung. 1. Preis. Büro: Atmer & Marlow

1957-1959

Reihenhäuser Kreuzfurth 1-21, Hamburg-Langenhorn. Büro: Atmer & Marlow

1957-1961

Hotel Norge Schäferkampsallee 49, Hamburg-Eimsbüttel. Büro: Atmer & Marlow

1960-1964

Büro- und Geschäftshaus Neuer Wall 42, Hamburg-Neustadt. Büro: Atmer & Marlow, Garten & Kahl

1961-1963

Gutachten und Realisierung Verwaltung Holsten-Brauerei, Holstenstraße 224, Hamburg-Altona Nord.

1963-1965

Klinik Dr. Guth, Jürgensallee 44-48, Hamburg-Nienstedten, 1. BA

1964-1970

Volksschule Wildschwanbrook, Hamburg-Rahlstedt, BA 1-5

1965-1976

Rettungsdienst-Übungshalle in Neustadt/Ostsee

1971-1976

Experimentell-ökologisches Laboratorium Helgoland

1976-1979

SAR Rettungshubschrauberhalle mit Werkstätten und Unterkünften, Helgoland

1977-1982

Polizeidienststelle Pinneberg

1977-1982

Amtsgericht Elmshorn

1980-1985

Amtsgericht Ahrensburg

1980-1986

Arbeitsamt Elmshorn

1984-1987

Polizeidienstgebäude Heide

1986-1987

Stärkemittelfabrik Maizena, Grüner Deich 110, Hamburg-Hammerbrook

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rotes QuadratLiteratur im Architekturarchiv


  • Ausrisse ZA 1054 Zietschmann: Architektur als Zeichen - ein Irrweg, ein neuer Weg? Polizeipräsidium Hamburg. Aus: Bauen + Wohnen Nr. 2/1964, S. 75-78
  • Ausrisse ZA 1702 Susanne von Bargen: Klein Manhattan am Berliner Tor. Investor Becken macht aus altem Polizeipräsidium und Neubauten ein Wohn- und Bürozentrum. Aus: Hamburger Abenblatt Nr. 114 / 17.5.2000, S. 15
  • Ausrisse ZA 2946 Direktionsgebäude der Holstenbrauerei in Hamburg-Altona. Aus: dbz 4/1967, S. 529-532
  • Ausrisse ZA 581 Wettbewerb Mobil Oil-Verwaltung. In: Baumeister Nr. 11/1970, S. 1327-1335
  • Ausrisse ZA 985 Siedlung Kleinfeld in Hamburg-Neugraben nach einem französischen Fertigteilsystem. Aus: Bauen + Wohnen Nr. 2/1965, S. 59-61
  • Bibliothek 3258 Planen + Bauen in Hamburg. Mit Beiträgen von Joachim Matthaei und Lothar Juckel. Hrsg.: Alfred Simon / BDA Hamburg. Frankfurt: Der Architekt, 1963. Ohne Seitenzählung
  • Bibliothek 4489 Baujahre 1957-1958, 1958-1959. Auszug aus dem Heft Nr. 31 der Schriften zum Bau-, Wohnungs- und Siedlungswesen. Hrsg.: Baubehörde Hamburg. Hamburg: Selbstverlag, 1959. 28 Seiten
  • Bibliothek 4548 Hamburg und seine Bauten 1954-1968. Hrsg.: Architekten- und Ingenieurverein Hamburg eV. Hamburg: Hammonia-Verlag, 1969. 561 Seiten
  • Bibliothek 4934 Die Baujahre 1961 bis 1965. Hrsg.: Freie und Hansestadt Hamburg, Baubehörde. Hamburger Schriften zum Bau- Wohnungs- und Siedlungswesen, Heft 40. Hamburg: Hammonia-Verlag, o.J. 64 Seiten
  • Bibliothek 5007 Das Beispiel. Bund Deutscher Architekten Hamburg. Herausgegeben im Auftrag des Bundes Deutscher Architekten. Darmstadt: Verlag "Das Beispiel", 1956. 196 Seiten
  • Bibliothek 5164 Heizkörper-Brüstungsschränke. In: Möbeleinbauten, München: Georg D.W. Callwey, 1965, S. 109
  • Bibliothek 6477 Ulrich Höhns: Der Neuaufbau Helgolands. Diplomarbeit am Fachbereich Architektur der Hochschule für bildende Künste, Hamburg. Betreut von Hartmut Frank. Wenzendorf: Selbstverlag, 1985. 194 Seiten
  • Bibliothek 6752 Das Polizeipräsidium Hamburg. In: Sieh Dir an wie Hamburg baut. Rundfahrten der Baubehörde durch das neue Hamburg. Rundfahrt Ost. Hamburg, ca. 1963. Objekt 3
  • Bibliothek A 3 - 160 EINFAMILIENHÄUSER. Hrsg.: Deutsche Bauzeitschrift. Gütersloh: Bertelsmann Verlag, 1956. 240 Seiten
  • Bibliothek A 4 - 59 MARLOW + PARTNER. ARBEITEN 1953 - 1987. Hrsg.: Marlow + Partner. Hamburg, ca. 1987. 94 Seiten
  • Bibliothek B 1 - 103 DAS BEISPIEL. BUND DEUTSCHER ARCHITEKTEN HAMBURG. Hrsg.: Bund Deutscher Architekten Hamburg. Darmstadt: Verlag Das Beispiel, 1956. 196 Seiten
  • Bibliothek B 1 - 601 Bauen in Deutschland 1945-1962. Katalog zur Ausstellung im Zusammenhang mit der IGA '63 Hamburg. Mit Beiträgen von Freidrich Spengelin und Gerhart Laage. Hrsg.: Alfred Simon. Hamburg: BDA, 1963. Ohne Seitenzählung
  • Bibliothek B 3 b - 7 ARCHITEKTUR IN HAMBURG. JAHRBUCH 1995. Redaktion: Dirk Meyhöfer / Ullrich Schwarz. Hrsg.: Hamburgische Architektenkammer. Reihe: Jahrbuch. Hamburg: Junius, 1995. 176 Seiten
  • Manfred Sack B - 11 Wettbewerb Deutsches Historisches Museum. Dokumentation. Hrsg.: Bundesbaudirektion Berlin. Juli 1988. 325 Seiten
  • Schramm S 257 Anzeige: Bekanntmachung des Ergebnisses im Wettbewerb Kontorhaus Hamburger Gaswerke Ecke Kurze Mühren / Spitalerstraße. Aus: Quelle unbekannt, ca. 22.12.1956
  • Schramm S 261 Wettbewerb der Hamburger Gaswerke G.m.b.H. Niederschrift über die Sitzung des Preisgerichts am 17.-18.12.1956. Typoskript. 13 Seiten
  • Schramm S 300 Preisgekrönte Entwürfe. Aus: Die Welt vom 23.4.1960
  • Schramm S 303 Bekanntmachung der Baubehörde. Inhalt: Preisträger im Wettbewerb Siedlung Neuwiedenthal, Ausstellung der Entwürfe. Nicht adressiertes Schreiben. Ohne Datum (April 1960). 1 Blatt DIN A 4
  • Zeitschriften BIB 3 Wohnbauten und Einrichtung. Architekten: Atmer und Marlow. Mehrfamilienhaus in Hamburg-Winterhude. In: Die Kunst und das schöne Heim, 52. Jg., Heft 3, Dezember 1953, S. 114-115
  • Zeitschriften BIB 3 Wohnbauten und Einrichtung. Architekten: Atmer und Marlow. Reihenhäuser in Hamburg-Othmarschen. In: Die Kunst und das schöne Heim, 52. Jg., Heft 3, Dezember 1953, S. 116-117
  • Zeitschriften BIB 4EF Bauwelt Nr. 39 / 21. Oktober 1977. Thema: Küchenweisheiten
  • Zeitschriften BIB 4G Chirurgische Privatklinik in Hamburg. In: dbz Nr. 10/1969, S. 1995-1998
  • Zeitschriften BIB 5 A Jürgen Marlow. Olaf Bartels im Gespräch mit Jürgen Marlow. In: Der Architekt Nr. 11/1999, S. 43-49
  • Zeitschriften BIB 5 B Helgoland, Deutschland: Neubau für den Seerettungsdienst in exponierter Lage. In: ac, Heft 105, S. 14-16
  • Zeitschriften BIB 5C Lothar Juckel: Kleine Hamburger Baugeschichte: Zeitgenössische Beiträge zur Stadtlandschaft. In: Hamburger Journal Heft 5 / 1962, S. 34-37
  • Zeitschriften Liste Lubitz Einfamilien-Reihenhäuser Elbblöcken. In: Bauwelt 36/1953, S. 704-707
  • Zeitschriften Liste Lubitz Einfamilienhaus. In: Baumeister 12 / 1961, S. 1232-33
  • Zeitschriften Liste Lubitz Einfamilienhaus. In: Bauwelt 52/1955, S. 1074-75
  • Zeitschriften Liste Lubitz Hotel Norge. In: Baumeister 12 / 1962, S. 1228-31
  • Zeitschriften Liste Lubitz Polizeipräsidium. In: Bauwelt 30/1964, S. 805-808
  • Zeitschriften Liste Lubitz SAS-Reisebüro. In: Bauwelt 40/1956, S. 939
  • Zeitschriften Liste Lubitz Verwaltungsgebäude Holsten-Brauerei. In: Bauwelt 34/35/1965, S. 955

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rotes QuadratBestände zum Thema im Architekturarchiv


Grünes DreieckBestand Marlow

Pläne

Grünes DreieckBestand Heinz Graaf

Wettbewerbsunterlagen Dreifaltigkeitskirche in Hamburg-Harburg, Gutachten Hamburg-Neugraben-Fischbek

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Fotos Reihenhäuser Elbblöcken

 

 
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