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"Neue Heimat"-Hefte werden "Stadt"
Auch die Zeitschrift der Neuen Heimat gewann ein neues Profil.
Lothar Juckel wurde engagiert. Er strukturierte
Anfang der 80er Jahre die Neue Heimat Monatshefte gründlich um,
schließlich änderte sich auch der Name des Magazins, bis zur
Einstellung im Jahre 1986 nannte es sich schlicht "Stadt". Die Gewichte verschoben sich: Wurden früher
Projekte der Neuen Heimat in den Mittelpunkt gestellt und außerdem
allgemeine Themen angesprochen, so wurde die Zeitschrift jetzt zu einem
allgemeinen Städtebauforum, in dem auch die Neue Heimat vorkam.
Elementa
und das Schicksal der Platte
Zu Beginn der 70er Jahre entwickelte die Neue Heimat ein neues
Fertigbausystem namens elementa. Damit nahm man an
einem Bundeswettwerb, den das Bundesbauministerium mit dem Magazin "Stern"
ausgeschrieben hatte, teil und errang einen 3. Preis für ein
Grundstück in Hannover. Kein sonderliches Ruhmesblatt, aber die Neue
Heimat versprach, mit skeptischen Blick auf die siegreichere Konkurrenz, ihr
Bausystem wirklich zu realisieren. Und in der Tat wurden gar nicht so wenige
elementa-Gebäude errichtet, z.B. in Hamburg-Mümmelmannsberg,
Hannover-List, Hannover-Sahlkamp, Göttingen-Grone, Oberhausen,
Frankfurt-Bonames, Kassel-Brückenhof und anderen Orten. Das Bausystem war
durchaus anschaubarer als bisherige Großplattensysteme. Balkone mit
farbigen Brüstungen verdeckten die schnöden Platten. Das Experiment
"elementa" beschäftigte einige Jahre eine große Planungsabteilung
der Neuen Heimat. Ob dieser Aufwand an Arbeitskraft lohnend war, bleibt im
Nachhinein die Frage, denn als das Bausystem so richtig in Schwung kam, war die
Zeit für Plattenbauten eigentlich vorbei.
Eine Demonstration des Städtebaus
Eigentlich, aber trotz aller negativen Erfahrungen und Kritik von
allen Seiten setzte die Neue Heimat im letzten Drittel der 70er noch eine
Großsiedlung in Plattenbauweise (aber nicht
das System "Elementa") auf die Wiese: Osterholz-Tenever im Bremer Osten. Optisch erinnert
Tenever spontan an das Märkische Viertel in Berlin. Die Siedlung hat
Sichtkontakt zur Großsiedlung Neue Vahr aus den 50er / 60er Jahren. Ein
aufschlußreicher Vergleich.
Das Projekt Osterholz-Tenever wurde vom Bund als "Demonstrativbauvorthaben" gefördert. Das Exemplarische des Bauvorhabens lag in seiner Planung. Kaum zuvor wurden so konsequent Fachleute für den Bau einer Siedlung eingebunden wie im Falle Osterholz-Tenevers. Innovativ war das offene Konzept. Während der Realisierung sollten die Planungen immer wieder überdacht und geändert werden können. Tatsächlich gab es eine Baupause, nach der die Siedlung mit veränderten Konzept weiter gebaut wurde. Osterholz-Tenever ist eine verdichtete Großsiedlung mit besonders vielen "Folgeeinrichtungen", die das Leben angenehmer machen sollen. Es hat nicht gereicht: Anfang des 21. Jahrhunderts wurde Osterholz-Tenever erneut zum Demonstrativprojekt - diesmal als eine der ersten Hochhaussiedlungen
in Westdeutschland, die "zurückgebaut" - sprich: zum Teil abgerissen - wurde.
Die Zeit der "Platte" ist übrigens keineswegs abgelaufen.
Heutzutage werden wieder vermehrt Fertigteile verwendet (z.B. Turmweg in
Hamburg - Atelier 5). Aber im Unterschied zu den 60 und 70er Jahren sind die
Platten in der Regel nur konstruktives Element, die Fassaden werden mit anderen
Materialien gestaltet.
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