Hamburgisches Architekturarchiv der Hamburgischen Architektenkammer |
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"Karl Schneider ... Denn wir hatten ihn bewundert, unseren Karl Schneider. Er wurde für uns ein Inbegriff der Moderne und bestach auch von der Erscheinung, nicht zuletzt von diesen Augen, von dem sich im wahrsten physischen Sinne geradezu verzehrenden Wesen her, wenn er nachdenkend - nur noch Nase -selbstzerfleischend an den Knöcheln seiner Finger nagte bis es blutete. Er war ein Besessener, ein seinem Beruf ganz Hingegebener. Der leidenschaftliche Gestalter einer die Form nicht immer mit dem Inhalt in Deckung bringenden Architektur, in der vieles eben der Form wegen geschah, die Gesetze des Materials negierend, wesentliche Regeln des Handwerks übersehend, einfallsreich, voller Phantasie, bei ganz ungewöhnlicher dekorativer Begabung, so dass das im Graphischen wohl Effektvolle bei der Realisierung an der Materie -fast wörtlich - zerbrach. So wollte es das Unheil, dass er im Bausündenregister der Nazis und ihrer Helfershelfer an erster Stelle stand, als man gegen diesen ersten Ansturm eines Neuen Bauens nach dem Jugendstil mit jenen zu Felde zog, die sich vorher nicht genug tun konnten, ihn zu kopieren. Wie machten die (heute noch vorhandenen) Balkone am Habichtplatz doch unselig Schule. Es war eine kurze Zeit - von 1921 bis 1931 - in die sich Schneiders Arbeit zusammenballte, wovon es Jahre bis zu einem rasanteren Durchbruch gedauert hatte. Eine lange Zeit blieb der bescheidene Anbau an das Bootshaus Hansa bei der Allemania seine einzige sichtbare Leistung, die in der Öffentlichkeit einen Sturm der Ablehnung fand, mit Appellen auf Abriß an das Baupflegeamt, das dann tatsächlich bei der Fassadenumgestaltung für das Bankhaus Jordan an den Großen Bleichen später die Beseitigung erzwang. Ebenso erfolglos verliefen zunächst die Beteiligungen an etlichen Wettbewerben wie auch zu dem Hochhaus an der Friedrichstraße und für die DAZ in Berlin, wo er vorher u. a. bei Heinrich Straumer und Peter Behrens gearbeitet hatte, bis er - wie so viele - über Fritz Höger nach Hamburg kam..." |
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| © Karl Heinz Hoffmann Hamburgisches Architekturarchiv |