Hamburgisches Architekturarchiv der Hamburgischen Architektenkammer |
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Lernen bei Corbusier"... Der 25jährige findet ein Zimmer, 44 Rue d'Assas., lernt Französisch und gibt Deutschunterricht. Vermutlich verdient er sich zuerst damit einen Teil seines Lebensunterhalts, denn bei Le Corbusier arbeitet er ohne Entgelt. Im jährlich ausgewiesenen Mitarbeiterverzeichnis taucht er, obwohl erst am 1. Dezember 1932 in Paris angekommen, dennoch bereits 1932 auf. Streb weiht seinen mitgebrachten 'Schwöbkeï'-Zeichenblock ein und schreibt auf das erste Blatt: 'Skizzen aus Paris 1932-33. Ferdinand Streb, Boulevard Saint Germain 54.' Neben Menschen, Tieren und Grundrissen macht er sich Lageskizzen. Danach besucht er in der ersten Zeit die 'Villa la Röcheï','Villa Dr. Stein','Villa Savoye' und vermerkt die dazugehörigen Metrostationen. Nach einem halben Jahr bekommt er dann doch ein Gehalt und wird zu Wettbewerbsarbeiten hinzugezogen. Strebs Vorbild, Le Corbusier, befindet sich Anfang der dreißiger Jahre in der zweiten Phase seines Schaffens. Nach zwanzig Jahren der Analyse und Forschung sieht der 43jährige 'Meister' eine 'Periode neuer Aufgaben' vor sich: 'Es geht um bedeutende Arbeiten, um die großen Ereignisse der Architektur und des Städtebaus, um die gewaltige Arbeit des Ausbaus einer neuen Epoche ...] So begann in unseren Ateliers eine fortlaufende Serie intensivster Studien, die Bebauung großer, bereits existierender, wie die Schaffung neuer Städte [...] es wurde harte Arbeit geleistet, ermöglicht durch die Hilfe der Jungen [...] Die Mitarbeit der Jungen, die voller Vertrauen und erfüllt vom Wunsch nach Erkenntnis aus allen Winkeln der Erde zu uns gekommen sind, hat auf unser Bureaux ein ganz außergewöhnliches Maß von Arbeitskraft vereinigt, dessen Leistungen nicht dem Überdruß und der Langeweile, sondern einzig und allein der inneren Überzeugung zu verdanken sind.' ... Zusammen mit einem Mitarbeiter aus der Mannschaft Le Corbusiers, Jean Bossu, beteiligt Streb sich am Wettbewerb 'Sitzmöbel aus Aluminium'. Der 1. Preis geht an Marcel Breuer für einen Bürosessel. Den 2. Preis erringen Streb und Bossu für einen klappbaren Kinostuhl." |
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| Karl Heinz Hoffmann Hamburgisches Architekturarchiv |