Hamburgisches Architekturarchiv der Hamburgischen Architektenkammer |
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"Roland Jaeger Über Hamburgs Grenzen hinaus .....Als die Lebensbedingungen in Deutschland ausweglos wurden, emigrierte Schneider im Januar 1938 in die USA. Bei seinen Bemühungen um Arbeitsmöglichkeiten wandte er sich von Chicago aus auch an Walter Curt Behrendt, der sich in den 20er Jahren, neben seiner leitenden Tätigkeit in der preußischen Bauverwaltung, publizistisch für die moderne Architektur engagiert hatte, inzwischen selbst emigriert war und nun als Stadtplaner in Buffalo, New York, arbeitete. Behrendt hatte Schneiders Arbeiten schon 1935 als Illustration für einen Zeitschriftenartikel verwendet und 1937 in seinem Buch über »Modern Building - Its Nature, Problems and Forms« das Haus Michaelsen und das Haus Römer abgebildet. Als Schneider, Block und Hochfeld sowie andere Repräsentanten der Architektur der 20er Jahre Hamburg gerade unfreiwillig verlassen hatten, luden die »Modernen Bauformen« 1938 auswärtige Fachkollegen mit ihrem Beitrag »Ein Architekt besucht Hamburg« zu einer Reise in die Hansestadt ein. Entstanden war dieser architektonische Stadtführer unter Mitarbeit von Konstanty Gutschow, der kurz darauf zum Architekten der nationalsozialistischen Elbufergestaltung in Hamburg ernannt wurde, und Rolf Spörhase, Schneiders früherem Mitarbeiter und »Hausautor«. Möglicherweise erklärt sich aus dieser Konstellation, daß der gebotene Überblick mit seinen Abbildungen zwar die konservativeren Neubauten der Hansestadt akzentuierte, im übrigen jedoch alle wichtigen Werke von Schneider nach wie vor zu den fachlichen Sehenswürdigkeiten Hamburgs zählte. Daß die Moderne auch in der bautechnischen Fachliteratur fortbestehen konnte, belegen Illustrationen Schneiders Bauten in dem 1941 erschienenen Standardwerk »Das Grundrißwerk« von Otto Völckers, der schon in den 20er Jahren zu den publizistischen Förderern des »Neuen Frankfurt« gehört hatte. Seine Zeichnungen und Bücher mußte Schneider bei seiner Emigration bei seinem Freund Richard Tüngel in Hamburg zurücklassen. Das aus diesem Grunde erstellte Inventar seiner Bibliothek dokumentiert eindrucksvoll, in welchem Umfang der Architekt die Architekturpublizistik seiner Zeit zur Kenntnis genommen hat - darunter viele Veröffentlichungen, die zugleich Belegeseiner eigenen Arbeit enthielten. Die Bibliothek Karl Schneiders hat sich nicht erhalten, zusammen mit seinen Zeichnungen ist sie in den Hamburger Bombennächten des Jahres 1943 zerstört worden. Nach Schneiders Tod veröffentlichte Richard Tüngel 1946 einen Nachruf, der mit den Worten schloß: "Von dem, was Karl Schneider gebaut hat, steht nicht mehr viel. Das meiste ist Brand und Bomben zum Opfer gefallen. Wir werden sammeln müssen, was noch an Zeichnungen und Photographien von seinen Arbeiten erhalten ist. Wir werden es veröffentlichen, denn dieses Werk muß ein Vorbild werden für die junge Generation deutscher Architekten"" |
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| © Karl Heinz Hoffmann Hamburgisches Architekturarchiv |