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Schriftenreihe: Leseprobe 9    

 
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Hamburgisches Architekturarchiv der Hamburgischen Architektenkammer

 
Der Umschlag

Norbert Baues und Hedwig Heggemann: Eine Stadt braucht Luft. Bauen in Hamburg 1945-65. Ausstellungskatalog. Mit Textbeiträgen von Manfred Sack, Olaf Bartels, Jan Esche, Ulrich Höhns, Frank Hesse, Boris Meyn und Ralf Lange. Hamburg: Selbstverlag, 1994

Ulrich Höhns: Bernhard Hermkes

"Siedlung Fahrenort in Hamburg- Lurup 1958-1968

Am nordwestlichen Stadtrand Hamburgs verwirklichte Hermkes in über zehnjähriger Bauzeit eine Siedlung mit 3.500 Wohnungen in vielfältiger Durchmischung unterschiedlicher Haustypen vom eingeschossigen Einfamilienhaus bis zum sechsgeschossigen Hochhaus mit Maisonette-Wohnungen. Der Lageplan zeigt das differenzierte Bild eines aufgelockerten, von Anliegerstraßen erschlossenen, stark durchgrünten Wohngebietes. Ohne das Kontinuum einer aus standardisierten Einzelentwürfe n zusammengesetzten neuen Stadt zu unterbrechen, gelang Hermkes im Laufe der Baujahre der unangestrengte formale Übergang vom asketischen Detail der kleineren Häuser zu einer beschwingten Freiheit der Formen der größeren Bauten, die aus der Tristesse der Wohnungsbauarchitektur der 60er Jahre herausragen. Durch nachträgliche Veränderungen der Hausfassaden verlor die Siedlung ihre Originalität.

Großmarkthalle in Hammerbrook 1960-63

Mit der großen, geschlossenen Form der Markthalle schuf Hermkes einen Bau von selten erreichter Klarheit und Originalität und zugleich eines der wichtigsten architektonischen Signale für den Stadteingang von den Elbbrücken her. Die Wellenform der Dächer, ihre Höhe und Ausrichtung entstand ganz aus den klimatischen Lager- und Belichtungserfordernissen eines Umschlagplatzes für Nahrungsmittel. Seine expressiv-dynamische Giebelansicht erinnert an einen Flugzeughangar, auf dessen Bogen ein schwungvolles Lichtband gesetzt ist. Das außerordentlich komplizierte System der Schalendächer und Stützen tritt hinter der ruhigen Gesamtwirkung der Halle zurück und wird mit der Wellenlinie des Nordsheds und dem auskragenden Bürovorbau zur Wasserseite hin harmonisch abgeschlossen. Die Zukunft des "Bauches von Hamburg" ist ungewiss. Die Hallen befinden sich im Originalzustand und wurden von Hermkes 1984 um ein kleineres Querschiff zur Straßenseite hin erweitert"

 
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Karl Heinz Hoffmann
Hamburgisches Architekturarchiv