Hamburgisches Architekturarchiv der Hamburgischen Architektenkammer |
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Einleitung von David Klemm "Mein Specialfach ist Privat- und Luxusarchitektur. Das entspricht meinem Charakter, meinem Geschmack." Haller in einem Brief an seinen Vater, am 3. Juni 1861
Persönlichkeit Martin Haller erhielt durch sein kulturell aufgeschlossenes Elternhaus vorzügliche Startchancen für seine berufliche Laufbahn als Architekt. Vor allem der Vater, der Jurist und spätere Hamburger Bürgermeister Nicolaus Ferdinand Haller, förderte seinen Sohn nach Kräften und erweiterte durch seine vielfältigen beruflichen Kontakte und kulturellen Interessen dessen Bildungshorizont nachhaltig. Überhaupt ist Haller senior wohl die stärkste Bezugsperson Martin Hallers gewesen. Bis zu seinem Tode - 1876 -blieb er der gesuchte Ratgeber nicht nur in Rechtsfragen, er vermittelte Geschäftsverbindungen und wurde auch in künstlerischen Dingen gehört. Auf der Hamburger Gelehrtenschule Johanneum erfuhr Martin Haller eine umfassende humanistische Bildung, die durch Privatunterricht noch verbessert wurde. Bereits während der Studienzeit unternahm er ausgedehnte Reisen, vor allem durch Deutschland, Österreich, Frankreich, Belgien und die Niederlande. Haller muß ein vorzüglicher Menschenkenner gewesen sein. Seine schriftlich niedergelegten Erinnerungen geben zahlreiche Beispiele seiner genauen Beobachtungsgabe. Aufgrund seiner geschliffenen Umgangsformen und der vortrefflichen Sprachkenntnisse bewegte er sich mühelos auf dem Parkett des Hamburger Gesellschaftslebens. Sein 1891 errichtetes eigenes Wohnhaus Alsterterrasse (Kat. 36) befand sich im Alstervorland in direkter Nachbarschaft zu den Mitgliedern der Oberschicht, die Haller stets als Baumeister suchten und die ihn gesellschaftlich akzeptierten. Eine Zurücksetzung aufgrund seiner jüdischen Herkunft läßt sich kaum ausmachen. Haller war nicht nur häufiger Gast bedeutender und einflußreicher Hamburger Persönlichkeiten - wie etwa bei dem mit ihm befreundeten Bürgermeister Petersen; zusammen mit seiner hochmusikalischen Frau Antonie veranstaltete er regelmäßig Hauskonzerte, die zum Anziehungspunkt im erweiterten Freundeskreis wurden. Haller war überzeugter Konservativer und als Abgeordneter im Hamburger Parlament. Allerdings nahm er das Mandat vor allem an, um die Interessen der Architektenschaft besser vertreten zu können. Während der Kriege von 1870/71 und 1914/18 äußerte sich Haller trotz seiner positiven Studienerfahrungen in Paris anti-französisch. Die von ihm zu Ehren der Hamburger Truppen veranstaltete Siegesfeier von 1871 führte gar zum Bruch mit seinen französischen Freunden." |
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| © Karl Heinz Hoffmann Hamburgisches Architekturarchiv |