Hamburgisches Architekturarchiv der Hamburgischen Architektenkammer |
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"... Die Hamburger Bauten waren das tägliche Brot des Architektenbüros. Einen gewissen Ruhm erntete zu Putlitz aber vor allem durch seine Beteiligung an vielen nationalen und internationalen Wettbewerben. Mit den eingereichten Entwürfen für den Genfer Völkerbundpalast (1926/27), für den Erweiterungsbau des Reichstages in Berlin (1927) und das Columbus-Denkmal bei Santo Domingo (1928) erlebte das Büro drei Wettbewerbserfolge, die „den Namen der Architekten Klophaus, Schoch, zu Putlitz im Verlaufe von wenigen Jahren in aller Welt bekannt" machten; Ausführungsaufträge erhielten sie allerdings in keinem der Fälle. Der Beitrag zum Völkerbundpalast markiert im künstlerischen Werdegang von zu Putlitz die Loslösung aus dem Hamburger Kontext und seine Hinwendung zu monumentaler, sachlich-klassizistischer Repräsentationsarchitektur, die entscheidend von Peter Behrens und dessen Auffassung geprägt ist, Monumentalität drücke sich aus „in der kubischen Geschlossenheit und Großkörperlichkeit, die [...] durch ein Zusammenhalten und durch Vereinfachung erreicht werden kann. Zu Putlitz faßt die Baumassen zu einem einzigen geschlossenen, monumentalen Herrschaftsbau in Form einer Vier-Flügelanlage mit inliegendem, sich über die Dachebene erhebendem Kubus zusammen. Der Architekt schreibt dazu: „Um zu dokumentieren, dass sich zu diesem großen Gedanken [des Völkerbundes] viele Einzelvölker zusammengeschlossen haben, umspannt den Baukörper ein Ring von Pfeilern mit verbindendem Gebälk". Dieser ist „in seiner stärksten dekorativen Wirkung vor die Bauflucht vorgezogen und symbolisiert [...] den gemeinsamen Willen aller Völker, dem großen friedlichen Ideal des XX. Jahrhunderts zu dienen"... Zu Putlitz schafft für das Projekt des globalen Völkerparlamentes formal und inhaltlich die Synthese zweier, der morgen- und der abendländischen Kultur zugehöriger Kultbauten. Sein Beitrag entstand vor dem Hintergrund der indogermanischen Rassentheorie, die seit der Romantik auf dem Gedanken eines "Urvolkes" basierte. Stonehenge versinnbildlichte für ihn den Inbegriff der westlichen, „germanischen" Kultur; der Stupa, als der wichtigste und bekannteste Kultbau des Orients, den der östlichen. In Zeichnungen beider Kultbauten idealisierte und stilisierte er jeweils die sakrale Anlage zu einem perfekten Pfeiler-Architravmotiv, das den Kernbau zeichenhaft ummantelte." Haller war überzeugter Konservativer und als Abgeordneter im Hamburger Parlament. Allerdings nahm er das Mandat vor allem an, um die Interessen der Architektenschaft besser vertreten zu können. Während der Kriege von 1870/71 und 1914/18 äußerte sich Haller trotz seiner positiven Studienerfahrungen in Paris anti-französisch. Die von ihm zu Ehren der Hamburger Truppen veranstaltete Siegesfeier von 1871 führte gar zum Bruch mit seinen französischen Freunden." |
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| © Karl Heinz Hoffmann Hamburgisches Architekturarchiv |