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Schriftenreihe: Leseprobe 14   

 
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Hamburgisches Architekturarchiv der Hamburgischen Architektenkammer

 
Titelseite

Olaf Bartels (Hrsg.): Die Architekten Langmaack. Hamburg: Dölling und Galitz, 1998. 152 Seiten

"1934 nahm Gerhard Langmaack am Wettbewerb um eine große Kongreßhalle auf dem Hamburger Heiligengeistfeld teil, in der sich etwa 50.000 bis 60.000 Menschen versammeln sollten. Im Prinzip war das Thema zwar schon bekannt - in Hamburg wurde schon seit Jahrzehnten der Bau einer Großveranstaltungshalle geplant -, neu war ihre Dimension und natürlich der politische Zusammenhang.

Langmaacks Entwurf wurde mit einem dritten Preis prämiert, und er selbst äußerte sich in der Baugilde, der Verbandszeitschrift der Reichskammer, zur Aufgabe und zum Wettbewerb. Einleitend schreibt er: „Die Erscheinungsform der Masse und die Gestaltung derjenigen Bauwerke, die ihr und ihren Anliegen dienen sollen, sind zweifellos noch nicht zur Deckung gebracht." Die Lösung dieser Aufgabe kann Langmaack sich, vor dem Hintergrund seiner Konzeption von Sakralbauten, nur im Bereich des Symbolischen vorstellen: „Das Programm für den Bau einer Massenhalle zu lösen, bedeutet mehr, als nur die technische, und mehr als nur die ästhetische Erfüllung, es muß in jedem Fall das geistig-ideelle Programm das stofflich-technische ergänzen und in bezug auf die angestellten Untersuchungen sogar an zweite Stelle drängen."

" In der Entfaltung dieses ideellen Gehalts gerät Langmaack zusehends auf Abwege. Unter Berufung auf den Schriftsteller Ernst Jünger- der als Zeitphänomen sich von der „bürgerlichen Massenerscheinung [...] ablösende Formen" konstatiert, bei denen nicht mehr Versammlungen stattfinden, sondern Aufmärsche, und bei denen man Teil einer Bewegung oder Gefolg­schaft ist und nicht mehr Mitglied eines Vereins oder einer Partei - schreibt Langmaack von einer „soldatischen Formation" der Masse, die nicht äußere Organisation und technische Gliederung zur wesentlichen Voraussetzung habe, sondern „zur vollen Verantwortung gerufenes Führertum": „Die Bindung an den Führer wird abgelöst durch Bindung an seine Wesenheit, an seine Erscheinung (nicht im legendären Sinne!), an die ihn wiederum bindende Wesenheit. Und sofern Führer und Geführte zu einer gleichen Bindung gelangen, die letztlich religiös sein muß, kann die Gestalt der Masse und der ihr gemäße bauliche Ausdruck wirklich sinnvoll sein, mithin wahre Architektur sein."

 
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© Karl Heinz Hoffmann
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