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Schriftenreihe: Leseprobe 16   

 
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Hamburgisches Architekturarchiv der Hamburgischen Architektenkammer

 
Titelseite

Alexis de Chateauneuf 1799-1853. Architekt in Hamburg, London und Oslo. Hrsg.: David Klemm und Hartmut Frank. Hamburg: Dölling und Galitz, 2000. 336 Seiten

David Klemm

Alexis de Chateauneuf - Architekt in Hamburg, London und Oslo

Wechselvoller Lebenslauf

"Alexis de Chateauneuf wurde als Sohn eines französischen Emigranten am 18. Februar 1799 in Hamburg geboren. Nach einer Zimmererlehre ging er für kurze Zeit in das Atelier des Pariser Architekten Achille Leclere. Von dort wechselte er für etwa drei Jahre zu Friedrich Weinbrenner, einem renommierten Vertreter des Klassizismus, nach Karlsruhe. Nach einer anschließenden ausgedehnten Studienreise durch Süddeutschland, Osterreich und Italien kehrte er um 1821/1822 als viel­seitig ausgebildeter Architekt in seine Heimatstadt zurück.

In Hamburg waren seine beruflichen Aufstiegschancen begrenzt. Die öffentlichen Bauämter waren auf lange Zeit durch Carl Ludwig Wimmel und Hinrich Anton Christian Koch besetzt. Dennoch versuchte Chateauneuf, durch zahlreiche ambitionierte Projekte (WV 8) an öffentliche Bauaufträge zu gelangen. Doch es war vor allem sein ehemaliger Lehrer Carl Ludwig Wimmel, der, kraft seiner starken Position im städtischen Bauwesen, konsequent den Aufstieg des ihm künstlerisch überlegenen Chateauneuf behinderte. Wiederholt gelang es Wimmel, bereits vom Senat genehmigte Projekte Chateauneufs zum Scheitern zu bringen.

Da er keine feste Anstellung bei der Baudeputation erlangen konnte, war er - abgesehen von kürzeren Aufenthalten in London und Christiania (Oslo) - in den folgenden drei Jahrzehnten als freier Privatarchitekt in der Hansestadt tätig. Hier trat er zunächst mit kleineren Wohn- und Nutzbauten in Erscheinung. Die um 1826 unter anderem für Senator Hudtwalcker in der ABC-Straße errichteten Wohnhäuser (WV 9) ließ er ganz entgegen dem gängigen Zeitgeschmack in unverputztem Backstein errichten. Seine zahlreichen damals entworfenen Projekte - so z.B. für eine Hamburger Börse oder für die Bebauung des Domplatzes (WV 11) -zerschlugen sich allesamt. Erst um 1830 konnte Chateauneuf bei dem umfassenden Umbau des Landhauses Sieveking in Hamm (WV 23) sein vielfältiges gestalterisches Können zeigen. Bei diesem Auftrag arbeitete er erstmals mit dem Maler Erwin Speckter zusammen. Auch mit dem Umbau des Hauses der Familie Chapeaurouge am Harvestehuder Weg (WV 30) und dem Neubau der Hamburger Stadtpost am Neuen Wall hatte Chateauneuf zur selben Zeit bemerkenswerte Proben seines Könnens gegeben."

 
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