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"Man muss sich nur "Grün ist
die Heide" angucken, den erfolgreichsten (und wohl auch prototypischen) unter
den deutschen Heimatfilmen: Da spielt der 50-jährige Rudolf Prack den jungen
Förster, der die 25-jährige Helga Lüdersen liebt, eine Heimatvertriebene aus
Schlesien, deren Vater im Osten seinen ganzen Besitz verloren hat und jetzt
hier, in der Lüneburger Heide, zum Wilderer wird, weil er es gewohnt ist, auf
die Jagd zu gehen. Der Förster jagt also den Vater des Mädchens, das er liebt,
einen Mann aus der älteren Generation, und natürlich schwingt mit, dass sein
Verbrechen möglicherweise nicht nur im Erschießen von Tieren bestand.
Aber nichts wird hier ausgesprochen, weder die Frage, wo diese Leute vor
zehn Jahren waren (der Film spielt im Sommer 1951), noch die, warum hier alle
Familien unvollständig sind; es muss hier zwar einen Krieg gegeben haben, denn
sonst wäre Lüdersen nicht vertrieben worden, aber was das für ein Krieg war,
das spricht natürlich keiner aus. So lasten Zentnergewichte von Schweigen und
Verdrängung auf diesen Personen, was allein schon ihr Handeln hemmt und die
Stimmung des Films und seiner Hauptpersonen ins Melancholische treibt - und die
einzige Erlösung, nach der sich die Personen dieses Films noch sehnen, ist eben
die Flucht vor all dem, was diese Fragen stellen könnte, die Flucht aus den
Städten und den Häusern, die Flucht vor der Gesellschaft, die sich diesen
Fragen stellen müsste: die Flucht hinaus in die Natur."
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