Das Archiv 
Personen 
Themen 
Links 
Impressum 
Suchen 

Logo / Home   

Schriftenreihe: Leseprobe 20   

 
kein Bild - nur PseudoE-Mail an das Architekturarchiv

Hamburgisches Architekturarchiv der Hamburgischen Architektenkammer

 
Titelseite
Claudia Turtenwald (Hrsg.) Moderne Monumente. Fritz Höger (1877 - 1949). Band 20 der Schriftenreihe des Hamburgischen Architekturarchivs. Hamburg: Dölling und Galitz Verlag, 2003. 200 Seiten. ISBN: 3-935549-56-3

Vorwort

"Weit über 3000 Bauten und Entwürfe in 42 Jahren Tätigkeit als freier Architekt, Präsident, Führer und Vorstandsmitglied in zahlreichen, auch internationalen Verbänden, Reformator der Baukunst, Seifmade-Mann: So präsentierte sich Fritz Höger. Und er präsentierte sich gerne: Immer trug er eine Rolle mit Entwürfen und einige seiner zumeist plattdeutschen Gedichte mit sich, nutzte die zur Verfügung stehenden Mittel der Werbung in zahlreichen Ausstellungen eigener Werke oder übergreifender Baupräsentationen, in diversen Vorträgen, Rundfunkansprachen, Buch- und Zeitschriftenveröffentlichungen und vermerkte neue Titel sofort in Briefköpfen im aktuellen Design. Hätte es doch schon das Fernsehen gegeben ...

Was bleibt nach über 60 Jahren von solch einem Werk und Leben, solch einem Engagement übrig? Nahezu sämtliche Pläne und Bauunterlagen der bis dahin betreuten Bauten wurden 1943 durch einen Bombentreffer im Klostertorhof zerstört. Höger verlor neben Büro und Archiv auch sein Wohnhaus in Hamburg-Harvestehude, von dem nicht viel mehr als die Grundmauern stehen blieben. Der Architekt hatte seine Unterlagen im Keller des Stahlbetonbaus sicherer gewähnt als in seinem reetgedeckten Elternhaus in Bekenreihe bei Elmshorn, das im Krieg unversehrt blieb. In Elternhaus hatte er nur wenige Unterlagen ausgelagert, die nun erhalten geblieben waren.

Nach dem verheerenden Brand suchte Höger nicht nur in den Trümmern des Klostertorhofes nach erhalten gebliebenen Unterlagen, sondern auch bei seinen "Hausfotografen", den Gebrüdern Dransfeld in Hamburg-Winterhude. Es gelang ihm, noch knapp 800 unterschiedlich stark beschädigte Glasplatten zu retten. Er transportierte sie mühsam nach Bekenreihe, um sie dort zum Schutz vor weiteren Angriffen, in einem Zinkkasten eingelötet, in der Marsch zu vergraben. Außerdem begann er sofort damit, durch Rundschreiben an seine Bauherren möglichst viele seiner Pläne und Zeichnungen zu erhalten, um Kopien davon anfertigen zu lassen und so sein Archiv neu aufzubauen.

Diese Reste des alten Archivs, die geretteten Fotoplatten und das neu zusammengetragene und kopierte Material lagerten nun im Elternhaus, das Högers neue Arbeits- und Wohnstätte wurde. Bis zu seinem Tode 1949 kam weiteres Material hinzu - doch 1963 brannte es auch dort: Als glimmender Rest blieben ca. 1300 Pläne, ca. 400 Glasnegative und weitere diverse Unterlagen. Ein Teil dieses Materials wurde 1966 von einem Mitarbeiter der Kunstbibliothek ausgewählt und durch Frau Tilsen-Höger, Högers Witwe, als Schenkung an die Berliner Institution übergeben. Dort konnte es teilweise konservatorisch behandelt werden und zum 100. Geburtstag Högers 1977 in einer Auswahl während einer Ausstellung über den Architekten in Berlin, Kiel und Elmshorn präsentiert werden."

 
nach oben

Informationen über das ArchitekturarchivBiografien und PorträtsThemenLinks zu anderen SeitenStichworte zu dieser WebsiteImpressumStartseite

Karl Heinz Hoffmann
Hamburgisches Architekturarchiv