Hamburgisches Architekturarchiv der Hamburgischen Architektenkammer |
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Dieter Schädel: Carl Johann Christian Zimmermann"Zu den interessantesten Schulbauten Zimmermanns zählen zwei 'Höhere Bildungsanstalten', die Oberrealschule vor dem Holstentor und das Wilhelm-Gymnasium. Die Oberrealschule an der Ecke Holstenglacis / Karolinenstraße (1876 -1878) war einer seiner frühesten Schulneubauten. Diese Vierflügelanlage erhielt im Zentrum einen arkardenumsäumten Innenhof nach italienischem Vorbild, der mit einem Glasdach abgedeckt und als Pausenhof sowie für Feierlichkeiten genutzt wurde. In ähnlicher Weise baute Zimmermann dann das Wilhelm-Gymnasium (1883-1885) an der Ecke Grindelallee / Moorweidenstraße, das heute Teil der Staats- und Universitätsbibliothek Carl von Ossietzky ist. Auch dieses Gymnasium erhielt einen zentralen Arkadeninnenhof, der durch seine umlaufenden offenen Galerien mit Kreuzgewölbe eine Besonderheit in Hamburg darstellt. Neben seiner Tätigkeit als Architekt und Baudirektor war Zimmermann auch wiederholt Mitglied in Preisgerichten zur Beurteilung von Wettbewerbsentwürfen für Hamburger Bauten, so 1904 beim Wettbewerb für das Oberlandesgericht am Sievekingplatz oder 1905 beim Wettbewerb für das Empfangsgebäude des Hamburger Hauptbahnhofs. Mit dem Strafjustizgebäude (1879-1882) und dem Ziviljustizgebäude (1898-1903) hat Zimmermann seine größten und zugleich bedeutendsten Hamburger Staatsbauten errichtet. In guter Zusammenarbeit hatte das Ingenieurwesen unter Oberingenieur R A. Meyer die städtebauliche Planung übernommen. Zimmermann wie Meyer sahen in dem Platz vor dem Holstentor den richtigen Standort für das neue 'Strafgerichtsgebäude', da hier genügend Raum für notwendige Erweiterungen wie für ein später zu errichtendes Zivilgerichtsgebäude vornan-den war. Baudirektor Zimmermann, der den Auftrag zum Bau des Hauses erhielt, legte Ende 1877 seine Pläne und einen Kostenvoranschlag von über 3 Millionen Mark für ein Gerichtsgebäude mit angeschlossenem Untersuchungsgefängnis vor. Trotz der beachtlich hohen Kosten wurde das Vorhaben genehmigt und mit den Arbeiten 1878 begonnen. Nach vier Jahren, im September 1882, waren die Gebäude fertig gestellt. Mit dem von den Privatarchitekten Werner Lundt & Georg Kallmorgen entworfenen Oberlandesgericht wurde das Justizforum 1912 vollendet." |
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| © Karl Heinz Hoffmann Hamburgisches Architekturarchiv |