Das Archiv 
Personen 
Themen 
Links 
Impressum 
Suchen 

Logo / Home   

Schriftenreihe: Leseprobe 25   

 
kein Bild - nur PseudoE-Mail an das Architekturarchiv

Hamburgisches Architekturarchiv der Hamburgischen Architektenkammer

 
Cover Brücken

Sven Bardua: Brückenmetropole Hamburg Baukunst – Technik – Geschichte bis 1945. München und Hamburg: Dölling und Galitz, 2009. ISBN 3-937904-88-3, ISBN 978-3-937904-88-7

 

Vergessene Brücken

Auf dem Gelände des ehemaligen Rangierbahnhofs Rothen burgsort gibt es ein Kuriosum besonderer Art: In der Südostecke des Geländes, in der Nähe der Ausschläger Allee, blieb ein gut 150 Meter langer Brückenstrang ein fach stehen und wurde offensichtlich von den Verant- wortlichen vergessen. Das benachbarte Gelände mit Gleisen, Lokschuppen und Bahnbauten wurde mit der Inbetriebnahme des Rangierbahnhofs Maschen 1977 weitgehend stillgelegt und um 1982 nahezu vollständig abgeräumt, das Durchfahrtsgleis für die Güterzüge nach Bergedorf nach Norden verlegt. Doch mitten in dem heutigen Wald blieb die einst zum Gaswerk Tiefstack führende Brücke erhalten: Über dieses Anschlussgleis fuhren die mit Kohlen und anderen Gütern beladenen Züge zum Gaswerk an der Ausschläger Allee. Die Brücke besteht aus einer 128,5 Meter langen, als Betonbrücke ausgebildeten Rampe sowie einer 27,5 Meter langen Stahlfachwerkkonstruktion mit einer Betonplatte als Gleisträger. 1879 war hier der Rangierbahnhof Rothenburgsort in Betrieb genommen worden. Doch die Brücke für das Anschlussgleis führte keineswegs über die benachbarten Bahngleise. Sie sollte über den Billhorner Kanal führen, der zwischen den Steinwiderlagern der Brücke 12,5 Meter Platz hatte. Dieser nie vollendete Kanal verlief südlich des Rangierbahnhofs parallel zur heutigen Billhorner Kanalstraße. Er war als Verbindung zwischen der Bille an der Amsinckstraße und dem Tief- stackkanal geplant. Wie lang er einmal war und ob es jemals Wasser unter der Brücke zum Gaswerk gegeben hat, ist unklar. Zumindest das westliche Stück des Ka nals bis zum Billhorner Deich wurde nach dem Zweiten Weltkrieg mit Trümmerschutt verfüllt. Nur einige Me ter zwischen Amsinckstraße und Billhorner Röhren- damm blieben erhalten und dienen heute als Motor- boothafen. Unklar ist auch das Baujahr der Brücke: Das 1903 in Betrieb genommene Gaswerk Billwerder Aus- schlag (seit 1911 Tiefstack genannt) war seit 1925 in seiner Kapazität noch einmal erheblich ausgebaut wor- den. Die bei der Bahn geführten Liegenschaftsakten zu der Brücke wurden jedenfalls 1901 angelegt und bis 1927 ergänzt. Vermutlich 1960 wurde das Gaswerk stillgelegt. Wie aus alten Plänen hervorgeht, war die Brückenanlage im Besitz der Hamburger Gaswerke.

 
nach oben

Informationen über das ArchitekturarchivBiografien und PorträtsThemenLinks zu anderen SeitenStichworte zu dieser WebsiteImpressumStartseite

Karl Heinz Hoffmann
Hamburgisches Architekturarchiv